Fliegerfest am 09.09.2015

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Von Wilhelm Meyer

Staudernheim: Der Wind entscheidet wo das Fliegerfest des Gleitschirmvereins Nahe-Glan stattfindet

STAUDERNHEIM - Mit dem Fliegerfest des Gleitschirmvereins Nahe-Glan ist es schon etwas Besonderes. Wann und wo es stattfindet, hängt ganz von Wind und Wetter ab. Schon die Ankündigung hat Ausweichtermine.

Dabei ist es nicht allein der Regen, der ein Fliegerfest verhageln kann. Vor allem ist es der Wind, der über das Fliegen entscheidet. Bei drei Startplätzen um Odernheim oder Staudernheim kann man sich jedoch weitgehend darauf einstellen. Doch auch das nur generell; entscheidend sind mitunter Veränderungen von Minute zu Minute. So auch am Samstag. Mal konnte man fliegen, dann auch wieder nicht. Vom zweiten Tag dagegen konnte Pressesprecher Holger Sirrenberg nur schwärmen: „Der Sonntag war fliegerisch ab dem Mittag hervorragend. Es fanden viele Tandemflüge statt und es waren bis zum frühen Abend ständig zwischen 15 und 20 Gleitschirme gleichzeitig am Himmel.“ Noch kurz vor acht am Abend sah man einen der Letzten zurückkehren.

 

ZUM VEREIN

1998 gegründet unterhält der Gleitschirmverein Nahe-Glan derzeit insgesamt sechs vom Deutschen Hängegleiter- und Gleitschirmverband/DHV zugelassene Start- und Landeplätze an Nahe und Glan.
Der Gleitschirmverein hat aktuell etwa 100 aktive Piloten. An allen Startplätzen sind ausschließlich Gleitschirmstarts zugelassen. Nicht selten werden von dort Höhen von bis zu 3000 Metern erreicht und Flugstrecken von über 100 Kilometer zurückgelegt.

Weiterführende Links

Die Tandemflüge sind die besondere, und für Besucher größte Attraktion der Fliegerfeste. Wenn Sirrenberg von den vielen Tandemflügen schwärmt, dann hat das seinen Grund. Weit mehr noch als bei den Einzelflügen ist man auf verlässliches Wetter angewiesen. So musste Hendrik von Känel, erfahrener und geprüfter Tandempilot, auf Julia Steuernagels Nachfrage größere Euphorie zunächst einmal drosseln: „Kann sein, dass es ein kurzer Flug wird!“ Einen solchen hatte von Känel am Morgen schon einmal gemacht, eigentlich eher einen besseren Sprung, der vom Weilerkopf auf den Landeplatz in der Booser Au ging. Bei geeigneten Bedingungen kann man bequem zur Landung zum Startplatz zurück. Doch zu diesem Zeitpunkt kam der Wind zu heftig und zu böig. So musste man sogar den Start zunächst erst einmal abbrechen.

 

Das Warten lohnt sich

Tandems, bei denen man von einem erfahrenen Piloten einfach mitgenommen, beziehungsweise mitgeflogen wird, sind die beste Möglichkeit, die Faszination dieses Sports nachzuempfinden. Den ersten Versuch ihres Doppelfluges mussten von Känel und Steuernagel jedoch zunächst abbrechen. Doch das Warten hat sich bei diesem Fliegerfest für sie und viele andere gelohnt.

Auch wenn das Fliegen im Vordergrund steht, ist dies nicht alles, was das Fliegerfest ausmacht, hatte es doch schon in der Einladung geheißen: „Wie immer verwöhnt die bekannt gute Bewirtung der ,Nahe-Glaner‘ mit verschiedenen Speisen fast jeden Gaumen.“ Das fand man leicht bestätigt und bei gutem Essen und Trinken lässt sich die Zeit des Wartens auf den rechten Wind am Besten verbringen.

 

Angeregte Gespräche

Und selbstverständlich gibt es ungeheuer viel zu erzählen. Die Mitglieder kommen aus einem Umkreis von gut 100 Kilometern, schätzt ihr Vorsitzender Fritz Altrichter: Mainz, Frankfurt, Mannheim, Saarbrücken bis hin zur Mosel. Da trifft man sich eben nicht rein zufällig. Da ist das Fliegerfest selbstverständlich auch die Gelegenheit, mit dem ein oder anderen zu reden. Thema unter anderem, die immer noch nachwirkende Gleitschirmfreizeit des Vereins am Lac d’Annecy. Mit den noch frischen Erinnerungen an phänomenale Flüge in den Alpen konnte man sich gelassen der Geselligkeit hingeben. Zweimal war man über mehrere Pässe die fast 60 Kilometer vom Lac bis nach Chamonix geflogen, schwärmte Altrichter.

Der Sonntag schließlich brachte das erhoffte Flugwetter. Und selbstverständlich kamen von den am Himmel weithin sichtbaren Schirmen angelockt auch zahlreiche Gäste der Nachbarorte. Manch einer nahm die Gelegenheit zum Tandemflug wahr, manch einer erfreute sich einfach am bunten Bild am Himmel und nicht zuletzt an besagter „bekannt guten Bewirtung“.


Hier ein Videolink zum Bericht vom SWR Fernsehen: https://vimeo.com/138331151

 

Von welchem der Standorte um Staudernheim und Odernheim die Mitglieder des Gleitschirmvereins Nahe-Glan auch starten: Der Disibodenberg ist immer im Blick.

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Foto: Meyer

 

Auch der Erste Vorsitzende der Gleitschirmflieger, Fritz Altrichter, nutzte die günstige Wetterlage für einen Flug.

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Foto: Meyer